Film und Kino im Jahr 1942
Im dritten Kriegsjahr wird in den deutschen Kinos die 150. Kriegswochenschau gezeigt und der Kinosaal und die Leinwand sind fest in die Maschinerie der Nationalsozialisten eingebunden. Alle Unternehmen der deutschen Filmwirtschaft werden 1942 in der neu gegründeten Ufa-Film GmbH zusammengefaßt. Der Reichsfilmintendant kontrolliert die gesamte deutsche Filmindustrie und greift tief in die einzelnen Produktionen ein. Filme welche nicht dem "nationalsozialistischen, religiösen, sittlichen oder künstlerischen Empfinden" der Nationalsozialisten - insbesondere die des Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda, Joseph Goebbels - entsprechen, werden verboten. Auch alle Personen die beim Film tätig sind, müssen sich diesem Diktat unterordnen. Der deutsche Filmregisseur Herbert Selpin ("Carl Peters", "Trenck, der Pandur") wird 1942 vom Drehbuchautor Walter Zerlett-Olfenius denunziert weil er laut das Wort "Scheißwehrmacht" gebraucht hat und sich kritisch äußert. Von der Gestapo verhaftet, stirbt er einen Tag später unter nicht geklärten Umständen in Gestapo Haft. Die deutsche Filmindustrie ist 1942 fest in der Hand der Nationalsozialisten, welche das Medium Film und das Kino für ihre Zwecke und Propaganda missbrauchen. Kriegsverherrlichende und rassistische Propagandafilme (Vorbehaltsfilm) wie der Antikommunistische und antirussische Film "G. P. U" vom Regisseur Karl Ritter oder der Anti-britische Film "Anschlag auf Baku" zeichnen ein menschenverachtendes Feindbild.
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Zum psychologischen Aufbau der Bevölkerung dient eine Filmserie über Grosse Deutsche welche 1942 in den deutschen Kinos läuft und bedingungslose Pflichterfüllung, Durchhaltewillen und Schicksalsergebenheit glorifiziert. Das Leben von Preussenkönig Friedrich II wird in "Der große König" von Regisseur Veit Harlan sehr frei von der historischen Vorlage verfilmt. Ebenso wie die Filme "Andreas Schlüter" und „Diesel“ gehört auch der Historienfilm "Die Entlassung" mit Hauptdarsteller Emil Jannings, um den Konflikt zwischen dem Reichskanzler Otto von Bismarck und dem deutschen Kaiser Wilhelm II., zu dieser Gattung.
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Der kommerziell erfolgreichste Film der NS-Zeit mit 27 Millionen Zuschauer wird der Propagandafilm „Die große Liebe“ mit Zarah Leander und Viktor Staal in den Hauptrollen. Der Film schildert mit ungewohnt realistischer Darstellung den Kriegsalltag und die Liebesbeziehung des in Nordafrika stationierten Oberleutnant Paul Wendlandt mit der populäre dänische Sängerin Hanna Holberg, die sich während eines kurzen Berlin Aufenthaltes von Wendlandt ineinander verlieben. Zum grossen Publikumserfolg des Films tragen die von Zarah Leander im Film gesungenen Musikeinlagen ein wesentliches bei. |